Bürgerinfo - Gemeinde Wandlitz

Vorlage - MV/2021-0074  

 
 
Betreff: Information über Projekte zur Prävention, insbesondere zu den Themen Gewalt, Betäubungsmittelkonsum, Vandalismus und Treffpunkte in der Gemeinde Wandlitz
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Verfasser:B
Der Bürgermeister
Federführend:B Beteiligt:OA
    Bgm
Beratungsfolge:
Ortsbeirat Klosterfelde zur Kenntnis
19.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Klosterfelde zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Lanke zur Kenntnis
19.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Lanke zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Prenden zur Kenntnis
19.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Prenden zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Basdorf zur Kenntnis
20.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Basdorf zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Schönerlinde zur Kenntnis
20.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Schönerlinde zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Schönwalde zur Kenntnis
20.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Schönwalde zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Stolzenhagen zur Kenntnis
20.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Stolzenhagen zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Wandlitz zur Kenntnis
20.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Wandlitz zur Kenntnis genommen   
Ortsbeirat Zerpenschleuse zur Kenntnis
20.04.2021 
Sitzung des Ortsbeirates Zerpenschleuse zur Kenntnis genommen   
A3 Ausschuss für Bildung, Jugend, Kitas und Sport zur Kenntnis
26.04.2021 
Sitzung des Ausschusses für Bildung, Jugend, Kitas und Sport zur Kenntnis genommen   
A4 Ausschuss für Wirtschaft, Ordnung und Sicherheit zur Kenntnis
29.04.2021 
Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Ordnung und Sicherheit zur Kenntnis genommen   
A1 Hauptausschuss zur Kenntnis
17.05.2021 
Sitzung des Hauptausschusses zur Kenntnis genommen   
Gemeindevertretung Wandlitz zur Kenntnis
27.05.2021 
Sitzung der Gemeindevertretung Wandlitz zur Kenntnis genommen     
Anlagen:
AK 2021-0037
PA 2021-0209
Jahresfinanzierungskonzept2021
Produktauszug_36200_2020
UK2020Endfassung
ErfassungKinder-undSchuelerzahlen

Begründung / Erläuterung

 

Unter Prävention versteht man zielgerichtete geplante methodische Maßnahmen und Aktivitäten, um Schädigungen zu vermeiden bzw. deren Risiko zu verringern oder ihr Auftreten zu verzögern.

 

Auf Grund von Vorkommnissen und Erfahrungen der letzten Monate, beabsichtigt die Gemeinde Wandlitz mit Unterstützung von mehreren Fachstellen (wie z.B. beratende Firmen, Schule, Kita und Hort, Ministerium, Team Jugendförderung und weiteren) mehrere Präventionsprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Folgende Schwerpunkte werden hierbei gesetzt:

 

  1. Gewaltprävention (incl. Mobbing)
  2. Betäubungsmittelkonsum und
  3. Vorkommnisse an Treffpunkten in der Gemeinde Wandlitz

 

 

1. Thematik: Gewaltprävention

Die in Schulen und Horten angesiedelte Gewaltprävention soll die Kinder und Heranwachsenden befähigen, Konflikte konstruktiv anzugehen und zu lösen. Der Weg dorthin führt in erster Linie über die kontinuierliche Förderung emotionaler und kommunikativer Kompetenzen. Stressbewältigung und Problemlösefähigkeit spielen ebenfalls eine große Rolle. Das Leben und Lernen in der Schul- und Hortgemeinschaft erfordert zudem auch klare Regeln zum Umgang miteinander und deren Akzeptanz.

Die Gemeinde Wandlitz empfiehlt als Träger der Grundschulen und Horte die Thematik „Gewalt an Schule“ als ein nachhaltiges Projekt in die Schulen zu implementieren und um einen anhaltenden nachweisbaren Effekt zu erzielen, zu etablieren bzw. weiter fortzuführen. 

 

In den Grundschulen der Gemeinde werden bereits durch das Team der Jugendförderung (bzw. durch die Schulsozialarbeiterinnen) und auch durch die Schulen und Horte selbst Projekte/Workshops durchgeführt. Diese sind beispielsweise:

 

-         Konfliktworkshops mit Schüler/innen der Klassenstufe 4 und 5

-         Streitschlichter/innenausbildung und den folgenden Einsatz durch Schüler/innen im Grundschulalter

-         Angebot zum Umgang mit Mobbing mit der Klassenstufe 7 und 8 (incl. Cybermobbing) sowie

-         diverse einzelne Projekte in den Klassen durch Schule und Hort.

 

 

Im Rahmen der Thematik wurden mehrere Angebote recherchiert und eine kleine Auswahl zusammengestellt.

 

a.)     Ein Angebot, wie „Gemeinsam Klasse sein“, welches als Begleitung über einen längeren Zeitraum angelegt ist, greift die konkreten Bedarfe und Gegebenheiten auf, die Lehrer/innen und Erzieher/innen werden als Multiplikatoren ausbildet, was mit einer höheren Sensibilität und Wahrnehmung von Situationen und Dynamiken einhergeht. Zudem erhalten Lehrer/innen, Erzieher/innen sowie Kinder mehr als nur einen einmaligen Impuls.

 

b.)    Eine Prozessbegleitung durch die RAA Brandenburg für Präventionsprojekte kann zusätzlich empfohlen werden. Alle Angebote sind kostenlos, da Sie über das Land Brandenburg gefördert werden.

 

 

c.)     Weitere Möglichkeiten zwecks Gewaltprävention an Schulen sind auf der angegebenen Internetseite zu finden.

 

https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/themen/gewaltpraevention/gewaltpraeventionsprojekte-programme-in-brandenburg

 

Darunter auch das Projekt:

Mit-Ein-Ander in Kita und Schule

Dieses komplexe Präventionsprogramm, das die Programme "Effekt" und "Anti-Bullying"(nach Dan Olweus) zusammenfasst, setzt nachhaltig auf verschiedenen Ebenen an und fördert die Zusammenarbeit von Lehrkräften, Erzieher/innen, Eltern und Schülerinnen und Schüler für ein gewaltfreies Miteinander. Unter Leitung des Polizeipräsidiums des Landes Brandenburg wird die praktische Umsetzung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin erprobt.

 

Die Gemeinde möchte die Schulen und Horte unterstützen und steht für die weiteren Schritte (in Einbeziehung der Eltern, der Hortleitung, externe Prozessbegleitung, Entscheidung / Auswahl unter den Projekten, zeitlichen Verlauf etc.) zur Verfügung.

 

In den kommenden Schulleiter/innen-Konferenzen und Kita-Leiter/innen-Runden wird die Gemeinde die Themen und Möglichkeiten gemeinsam mit den Schulleitern/innen und dem Staatlichen Schulamt sowie den Kitaleitern/innen besprechen.

 

 

2. Thematik: Betäubungsmittelkonsum

 

„Den besten Schutz für Kinder und Jugendliche vor Drogenkonsum und Suchtgefährdung er-zielen wir, wie die Präventionsforschung zeigt, durch die Verknüpfung von geeigneten Maß-nahmen zur Nachfragereduzierung mit Maßnahmen zur Reduzierung des Drogenangebotes. Zielgruppenspezifische Prävention sowie jugendgerechte Beratungs-, Betreuungs- und Behandlungsangebote müssen durch gesetzgeberische und andere Maßnahmen zur Eindämmung von Drogenhandel und Drogenangeboten ergänzt werden.“

Quelle aus: Gemeinsame Stellungnahme der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaft und der Fachverbände der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, dem Bundesverband Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Deutschen Gesellschaft Kinder- und Jugendpsychiatrie vom 23.11.2015.

 

Die Gemeinde Wandlitz beabsichtigt mit externer Fachberatung ein zielgruppenspezifisches Beratungsangebot dauerhaft und nachhaltig zu etablieren, um die Akteure in der Drogenprävention sprech- und argumentationsfähig zu machen.

 

Der Konsum von Drogen ist ein Teil des gesellschaftlichen Lebens und die fachspezifische Bewertung des Konsumverhaltens von Jugendlichen und die faktenorientierte Auswertung der Folgen jugendlichen Drogenkonsums zeigen deutlich auf, dass ein im jugendlichen Alter beginnender Drogenkonsum erhebliche negative Auswirkung haben kann.

 

Das Konzept sieht vor folgende Personengruppen in den Fragen des jugendlichen Drogenkonsums zu schulen:

1. Lehrkräfte sowohl der Ober- als auch der Grundschulen, gemäß Rundschreiben 9/20 (RS 9/20) des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) vom 11. Mai 2020

2. Eltern

3. Schulsozialarbeiter/innen und Jugendförderer/innen

4. Trainer/innen im Sportbereich

5. Schüler/innen in Abstimmung mit den Schulen und/oder Sportvereinen

 

Ziel ist es, möglichst viele Erwachsene einen weitgehend ähnlichen Wissensstand im Umgang mit Betäubungsmitteln zu geben, um daraus eine argumentativ sichere Haltung zum Thema Drogenkonsum einnehmen zu können. Modulartige Fortbildungsveranstaltungen mit einem Zeitansatz von 2,5 h sind hier vorstellbar.

Kernpunkte der Fortbildungen sind u.a.

-         die Rechtslage,

-         was sind die hartnäckigsten populären Irrtümer,

-         was ist auf dem Markt und wie erkenne ich es,

-         was geschieht mit konsumierenden Jugendlichen und

-         wie kann ich helfen oder wann muss ich einschreiten?

 

In unterschiedlichen Phasen sollen die Stakeholder der Gemeinde Wandlitz auf das Projekt aufmerksam gemacht und als Unterstützer/innen gewonnen werden, Modul-Veranstaltungen sollen angeboten werden und im Wege der aufsuchenden Jugendarbeit/-förderung der Kontakt zu den Jugendlichen hergestellt werden.

 

Um das Projekt nachhaltig werden zu lassen, werden Multiplikator/innen geschult und Partner gefunden. Sie sollen langfristig in der Lage sein, Fortbildungen an Schulen oder in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen zu veranstalten.

 

Auch dieses Projekt wird u.a. im Rahmen der Schulleiter/innen-Konferenz mit den Schulen besprochen und in einzelnen Terminen mit Schule weiterbearbeitet und auf die Schulen altersentsprechend abgestimmt.

 

 

3. Thematik: Orte für Jugendliche in Wandlitz 2021

 

In 2019 und 2020 haben sich in der Gemeinde Wandlitz die „Störungen durch Jugendliche“ (u.a. Lärm, Müll und zunehmend Sachbeschädigung) gehäuft. Neben den belegbaren Problemlagen konzentrierten sich diese im Uferbereich des Wandlitzsees und an mehreren Treffpunkten wie beispielsweise auf der Scateranlage im OT Basdorf oder Bahnhof im OT Schönwalde.

 

Verschiedene Aktivitäten unterschiedlicher Akteure der öffentlichen Hände (wie z.B. Polizei, Ordnungsamt, Wachdienst, Streetwork, Jugendkoordination etc.) führten nicht zu den ge-wünschten Ergebnissen. Es kam weiterhin zu Eskalationen und zu vermehrtem Vandalismus durch Jugendliche.

Nach den vergeblichen Versuchen der Gemeinde über Regelungen, pädagogische Maßnah-men, Ordnungsdruck etc. die Situation zu gestalten, besteht auch für das Jahr 2021 die Situation und das Miteinander für alle Nutzer/innen zu verbessern.

 

Aus diesem Grund wurde in Abstimmung mit der Gemeinde und dem Internationalen Bund die Agentur „stadt.menschen.berlin“ beauftragt. Die Agentur wurde in Nachbargemeinden mit ähnlichen Profilbild beauftragt. Mit smb gab es hierzu eine Auftaktveranstaltung Anfang März 2021 mit dem Bürgermeister, dem Ortsvorsteher des OT Wandlitz, der Jugendkoordination/-förderung des IB, der Polizei, dem externen Wachschutzunternehmen und Mitarbeiter/innen des Bauhofes sowie des Ordnungs- und Bildungsamtes.

 

Ziele wurden für das Projekt wie folgt benannt:

-         weniger Müll und Glas,

-         weniger Vandalismusschäden

-         Jugend: Ein gutes Miteinander (z.B. Nutzung Bushaltestellen, Skaterbahn, Glasscherbenfreiheit etc.)

-         Spürbar weniger Alkohol- und Drogenkonsum

-         in der Öffentlichkeit deutlich machen, dass für Anwohner/innen sowie Kinder und Jugendliche aktiv viel getan wird

-         weniger Beschwerden der Anwohner/innen

-         weniger Anzeigen / Ordnungswidrigkeiten

-         Angebote für Jugendliche

-         Verständnis füreinander

 

Zusammenfassend geht es zum einen um ein besseres Miteinander, zum anderen um messbare Verbesserungen und die Reduzierung der Folgekosten der Gemeinde.

 

In der Auftaktveranstaltung wurde eine Strategie (wie beispielsweise Verknüpfung mit dem Pavillon-Projekt, Beobachtungen, 1 zu 1 Gespräche mit Anwohner/innen und Jugendlichen, moderierte Gespräche, Zwischenabstimmungen, Auswertungen etc.) und Zeitplan für die Umsetzung festgelegt. Danach wird eine gemeinsame Bewertung erfolgen und ein weiteres Zusammenkommen wie zum Auftakt ergänzend jedoch um Vertreter des Ausschusses für Bildung und Ordnung. 

 

Die Partner, die bei dem Projekt „Betäubungsmittelkonsum“ und „Orte für Jugendliche“ unterstützen, werden selbstverständlich miteinander in den Austausch gehen und die Schritte/Maßnahmen miteinander abstimmen.

 

Für die Gemeinde Wandlitz sind die o. g. Präventionsmaßnahmen  eine lohnenswerte Investition in die Zukunft und bieten einen nachhaltigen gesamtgesellschaftlichen und individuellen Nutzen. Die Gemeinde macht sich zum Ziel, die Stärkung von Prävention zu unterstützen und auszubauen. Hierbei sollen die genannten Maßnahmen und Strategien beitragen.

 

 

Gesetzliche Grundlagen

Jugendschutzgesetz (JuSchG)

Sozialgesetzbuch (SGB VIII), Achtes Buch Kinder- und Jugendhilfe

 


Finanzielle Auswirkungen:    Ja


Beschluss:

 

Die Mitteilungsvorlage Information über Projekte zur Prävention, insbesondere zu den Themen Gewalt, Betäubungsmittelkonsum, Vandalismus und Treffpunkte in der Gemeinde Wandlitz wird durch die Gemeindevertretung der Gemeinde Wandlitz zur Kenntnis genommen.


Anlagen:

 

keine

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 AK 2021-0037 (82 KB)    
Anlage 2 2 PA 2021-0209 (103 KB)    
Anlage 3 3 Jahresfinanzierungskonzept2021 (1610 KB)    
Anlage 4 4 Produktauszug_36200_2020 (55 KB)    
Anlage 5 5 UK2020Endfassung (594 KB)    
Anlage 6 6 ErfassungKinder-undSchuelerzahlen (190 KB)