Bürgerinfo - Gemeinde Wandlitz

Vorlage - BV-GV/2020-0205  

 
 
Betreff: Straßenausbau Lanker Weg zwischen Bahnübergang und L 100, OT Wandlitz
Ausbaubeschluss
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage GV
Verfasser:BA14
Der Bürgermeister
Federführend:BA Beteiligt:K
    BA_Tiefbau
Beratungsfolge:
Ortsbeirat Wandlitz Anhörung
08.09.2020 
Sitzung des Ortsbeirates Wandlitz ungeändert beschlossen   
A2 Ausschuss für Bauen und Gemeindeentwicklung Anhörung
15.09.2020 
Sitzung des Ausschusses Bauen und Gemeindeentwicklung ungeändert beschlossen   
A1 Hauptausschuss Anhörung
28.09.2020 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   
Gemeindevertretung Wandlitz Entscheidung
08.10.2020 
Sitzung der Gemeindevertretung Wandlitz ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Lageplan und Schnitte

ALLRIS® Office Integration 3.9.2
Begründung / Erläuterung

Der Beschluss zum Ausbau des Lanker Weges zwischen Bahnübergang und L 100 (Ausbaubeschluss) wurde im vergangenen Jahr zurückgewiesen mit den Maßgaben

a)      Vorlage eines schlüssigen Konzeptes zur geplanten Umleitungsstrecke für den Zeitraum der Baudurchführung.

b)      Beauftragung eines weiteren Gutachtens zur Prüfung der Asbestbelastung in der Platanenstraße.

Nunmehr liegen dazu entsprechende Unterlagen vor. Insofern ist die ursprüngliche Vorlage um die Ergebnisse der zwischenzeitlichen Bearbeitung ergänzt worden und wird nachfolgend in aktualisierter Form vorgelegt (die angefügten Passagen sind kursiv gedruckt).

Der Straßenabschnitt zwischen dem Bahnübergang und der Prenzlauer Chaussee (L 100) befindet sich im „Altbestand“ einer bituminösen Befestigung aus den 1970iger Jahren. An der südlichen Straßenseite verläuft eine provisorische Wegeführung.

Mit der zunehmenden Verdichtung der Wohnbebauung im Siedlungsgebiet Ruhlsdorfer Straße / An den Pfühlen ist eine Erhöhung der Verkehrsbelastung in dem betreffenden Abschnitt des Lanker Weges verbunden. Verkehrstechnische Untersuchungen haben ergeben, dass neben der Errichtung der Ampelanlage im Einmündungsbereich der L 100 ein grundhafter Straßenausbau erforderlich wird. Daher wurde ein entsprechender Planungsauftrag vergeben.

 

Mit der Vorstellung der Vorplanung wurde von der Gemeindevertretung beschlossen, in der weiteren Planung neben der Erneuerung der Fahrbahn in Asphaltbauweise, auf beiden Straßenseiten einen Gehweg mit einer Breite von möglichst 2,50 m in Pflasterbauweise vorzusehen.

Zum Erhalt der Baumgruppe zwischen dem Bahnübergang und der Grundstückszufahrt zum Wohn- und Geschäftshaus sollte die Planung des Gehweges auf der nördlichen Fahrbahnseite gemäß der Variante 3 (mit einer Verschwenkung) einschließlich der Anlage von zwei Parkflächen für Pkw`s weitergeführt werden.

Der für die Niederschlagsentwässerung benötigte Flächenbedarf auf der südlichen Fahrbahnseite des Lanker Weges wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Die neu herzustellenden Verkehrsflächen werden an den bereits ausgebauten Bahnübergang und den Einmündungsbereich der L 100 angepasst.

Unter Berücksichtigung der Beschlussfassung über die Vorplanung sieht die vorliegende Entwurfs- und Genehmigungsplanung folgende Ausbauparameter vor:

 

  • Erneuerung der Fahrbahn in Asphaltbauweise mit einer Breite von 6,00 m und Einfassung der Fahrbahn mit Hochborden zur Wasserführung und zum Schutz der Gehwege.
  • Herstellung von Gehwegen auf beiden Straßenseiten in Pflasterbauweise inklusive Sicherheitsstreifen.
    • Südlicher Gehweg, von der L 100 bis zum Bahnübergang,

mit einer Breite von 2,50 m.

  • Nördlicher Gehweg, von der L 100 bis zur Grundstückseinfahrt zum Wohn- und Geschäftshaus, mit einer Breite von 2,50 m

und zum Erhalt der Baumgruppe, zwischen der Grundstückszufahrt und dem Bahnübergang, mit einer Breite von 2,00 m.

  • Anpassung der Fahrbahn und der Gehwege an den vorhandenen Verkehrsflächen des Bahnübergangs und des Einmündungsbereiches der L 100.
  • Herstellung von zwei Pkw-Parkflächen in Pflasterbauweise.
  • Profilierung von Versickerungsflächen hinter dem Gehweg auf der südlichen Straßenseite.
  • Umsetzung der Beleuchtung im südlichen Gehwegbereich und Ergänzung der Beleuchtungsanlage auf der nördlichen Gehwegseite um zwei Lichtpunkte mit dem gleichen Lampentyp.

 

Zur Gewährleistung der Baufreiheit für die Herstellung der Straßenanlage sind Verkehrssperrungen erforderlich. In dem erarbeiteten Verkehrsführungs- und Umleitungskonzept wurden drei mögliche Varianten der Verkehrsführung für den Zeitraum der Bauarbeiten untersucht. Als Grundlage für die Leistungsfähigkeitbetrachtungen wurden (im Vorfeld der Beschränkungen der Corona- Pandemie) Verkehrszählungen an den betreffenden Knotenpunkten durchgeführt sowie die Verkehrsbelastungen in den Spitzenstunden ermittelt.

 

  1. Vollsperrung des betreffenden Bauabschnittes Lanker Weg:

Die Verkehrsführung ist auf den Seiten 3-9 der PowerPoint-Präsentation zum Verkehrsführungs- und Umleitungskonzept dargestellt.

Umleitung des Kfz- Verkehrs von der L 100 über die Bernauer Chaussee, Richard- Wagner-, Nibelungen-, Tristan- und Platanenstraße. Aufstellung einer Lichtsignalampelanlage (LSA) mit einer signalisierten Länge von ca.130 m in der Tristanstraße.

Die geplante Bauzeit beträgt etwa 8 Wochen.

Die zusätzlichen Kosten betragen ca. 23 T€.

 

  1. Halbseitige Sperrung des Lanker Weges von der Einmündung L100 bis einschließlich des Bahnüberganges:

Die Herstellung erfolgt dann in 5 Bauphasen, zu denen jeweils die Verkehrsführungen verändert- und die LSA entsprechend umgebaut werden müssen. Bei dieser technologischen Abfolge (siehe PowerPoint-Präsentation ab Seite 14) verbleibt jeweils ein Fahrstreifen im befahrbaren Zustand. Die darauf befindlichen Fahrzeuge werden entsprechend der Ampelschaltung über den Bahnübergang geführt. Um diese Verkehrsführung in wechselseitigen Fahrtrichtungen zu gewährleisten, ist die Kombination mit einer sogenannten Bahnübergangssteuerungsanlage (BÜStraA) erforderlich, die neben den Richtungswechsel auch die Sperrung des Bahnüberganges vornimmt. Eine solche komplexe Lichtzeichenregelung ist außergewöhnlich aufwendig und sehr teuer (ca. 200T€). Insofern ist die halbseitige Führung des Verkehrs in beiden Richtungen verworfen worden und im Weiteren die halbseitige Führung in jeweils eine Richtung untersucht worden:

Eine solche Verkehrsführung würde analog der Variante 1eine LSA an der Engstelle der Tristanstraße erfordern. Die Schaltzeiten an dieser Stelle könnten den jeweils anfallenden Verkehrsströmen angepasst werden.

Die Variante der halbseitigen Sperrung erfordert aufgrund der 5 beschriebenen Bauphasen eine längere Bauzeit. Gegenüber der Variante 1 ist diese mit etwa 14 Wochen zu veranschlagen. Die zusätzlichen Kosten betragen ca. 57 T€.

 

  1. Herstellung einer Ausweichfahrbahn über das südlich angrenzende Gemeindegrundstück (siehe PowerPoint-Präsentation ab Seite 23):

Zu untersuchen war hier, ob durch eine solche Umfahrungsmöglichkeit

a)      die Arbeiten zwischen der Einmündung und dem Bahnübergangsbereich relativ ungehindert und zügig vorgenommen werden können und

b)      eine Belastung der Anlieger, wie unter Variante 1 und 2 dargestellt, vermieden werden könnte.

Hierzu ist, wie im Bericht dargelegt, eine Umfahrungsfahrbahn konzipiert worden, die unter Beachtung der erforderlichen Radien westlich des Bahnübergangs beginnt und zwischen der Einmündung und dem Durchlassbauwerk für den Graben, auf die L 100 führt. Hierfür ist im Einmündungsbereich eine provisorische LSA aufzustellen.

Für die Umfahrungsfahrbahn auf dem tiefer gelegenen Grundstück ist die Vegetation zu beseitigen und 8 Bäume zu fällen um eine belastbare zweispurige Fahrbahn herzustellen.

Neben diesen relativ hohen Aufwand ist zu berücksichtigen, dass im Einmündungsbereich der Umfahrung auf die Fläche vor dem Bahnübergang der Baubereich den Einmündungsbereich überschneidet. Hieraus resultiert wiederum die Notwendigkeit einer Vollsperrung für eine gewisse Zeit (ca. 2-3 Wochen).

Die zu erwartende Bauzeit würde sich insgesamt auf 14 – 15 Wochen verlängern. Der zusätzliche Kostenaufwand für die Herstellung und den Rückbau der Umfahrungsstrecke beträgt ca. 113 T€.

 

Im Ergebnis der Untersuchungen der 3 Varianten wird folgendes Fazit gezogen:

Nach der Variante 1 wird die komplette Zu- und Abfahrt in das bzw. aus dem Siedlungsgebiet „An den Pfühlen“ über die Tristanstraße abgewickelt. Dazu wird die dortige Engstelle mit einer LSA geregelt. Das bedeutet über ca. 8 Wochen eine relativ hohe Belastung der Anlieger an der Umleitungsstrecke.

Mit der Variante 2 wird zwar der Fahrzeugstrom aufgeteilt. Der aufwendige technologische Ablauf erfordert jedoch eine deutlich verlängerte Bauzeit, so dass in der Summe die Belastung der Anlieger kaum geringer ist. Außerdem ist sie Teurer als Variante 1.

Die Variante 3 erfordert einen sehr hohen Aufwand und führt dennoch nicht dazu, dass eine Anliegerbelastung ausbleibt.

Angesichts des bei Variante 1 und 2 merklich höheren Aufwandes und der dennoch nicht ausschließbaren Anwohnerbeeinträchtigung sollte der Variante 1 der Vorzug eingeräumt werden.

 

Vollständigkeitshalber sei noch folgendes erwähnt:

 

  1. Eine Freigabe der Verkehrsflächen außerhalb der bauseits erforderlichen Arbeitszeiten ist, aus Sicht der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Barnim, nicht genehmigungsfähig.
  2. Das Gutachten zur Prüfung der Asbestbelastung in der Platanenstraße hat ergeben, dass sich kein Asbest in der ungebundenen Tragschicht der Platanenstraße befindet.
  3. Auf Grund des geänderten Kommunalabgabengesetzes des Landes Brandenburg (Abschaffung der Straßenausbaubeiträge) werden keine Beiträge erhoben. Gemäß der Grundstückszufahrtensatzung der Gemeinde Wandlitz ist die Herstellung bzw. die Anpassung der Grundstückszufahrten ist kostenersatzpflichtig. Die Abrechnung erfolgt nach den tatsächlichen entstandenen Aufwendungen.

 

Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie das Verkehrsführung- und Umleitungskonzept werden zu den Sitzungen gemäß Beratungsfolge vorgelegt. Der Lageplan, die Schnitte A-A und B-B und die Powerpoint-Präsentation des Verkehrsführungs- und Umleitungskonzeptes sind für die Mitglieder der Gemeindevertretung im Ratsinformationssystem unter Downloads im Ordner „Lanker Weg“ einzusehen.

 

Gesetzliche Grundlagen

 

Kommunalverfassung des Landes Brandenburg (BbgKVerf)

Kommunale Haushalts – und Kassenverordnung des Landes Brandenburg (KomHKV)

Brandenburgisches Straßengesetz (BbgStrG)

Kommunalabgabengesetz für das Land Brandenburg (KAG)

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzielle Auswirkungen:    Ja  

 

 

o Investitionen, Erwerb von Sachanlagevermögen u. Grundstücken, Investitionszuschüsse

 

Betrag in EURO

Gesamtkosten der Maßnahme (Auszahlung: Beschaffungs-/Herstellungskosten; Einmalkosten)

263.000,00

Maßnahmebezogene Einzahlungen (Zuschüsse/ Beiträge)

 

 

Abschätzung der Auswirkungen im Ergebnishaushalt:

 

Dauer in Jahren

Betrag in EURO

jährl. laufende Haushaltsbelastung aus Abschreibungen o. Aufl. ARAP

30

8.766,67

jährl. laufende Erträge aus Auflösung SoPo

 

 

übrige jährliche Belastung (Folgekosten)

 

 

 

o Erträge und Aufwendungen

(wenn nicht Investitionen, Erwerb von Sachanlagenvermögen, Investitionszuschüsse)

 

Betrag in EURO

Erträge

 

Aufwendungen

 

 

 

o Veräußerung von Grundstücken und sonstigen Vermögensgegenständen

 

Jahr

Betrag in EURO

Einzahlung

 

 

 

 

Veranschlagung im Haushalt

Nein

Jahr

Produktkonto

ggf. Investitionsnr.

Betrag in EURO

 

2016

54100.785200

5410008040

43.000,00

 

2018

54100.785200

5410008040

185.000,00

 

2019

54100.785200

5410008040

50.000,00

 

2020

 

 

0,00

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschluss:

 

Die Gemeindevertretung beschließt:

 

  1. den Straßenausbau des Lanker Weges, zwischen Bahnübergang und L 100, gemäß vorliegender Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit folgenden Ausbauparametern:
  • Erneuerung der Fahrbahn in Asphaltbauweise mit einer Breite von 6,00 m.
  • Herstellung von Gehwegen in Pflasterbauweise inklusive Sicherheitsstreifen.

Südlicher Gehweg mit einer Breite von 2,50 m.

Nördlicher Gehweg mit einer Breite von 2,50 m bzw. 2,00 m

  • Errichtung von zwei Pkw-Parkflächen in Pflasterbauweise
  • Profilierung von Versickerungsflächen hinter dem südlichen Gehweg.
  • Umsetzung und Ergänzung der Beleuchtungsanlage.

 

  1. Der Straßenausbau ist nach den einschlägigen technischen Bestimmungen vorzunehmen. Die vorgenannten Eckpunkte sind Bestandteil der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Diese liegt zu den Sitzungen gemäß der Beratungsfolge vor und beschreibt insgesamt den vorzunehmenden Bauumfang.

 

  1. Keine Erhebung von Straßenausbaubeiträgen. Den hierfür veranschlagten Kostenanteil trägt die Gemeinde. Die Herstellung bzw. die Anpassung der Grundstückszufahrten ist kostenersatzpflichtig. Die Abrechnung erfolgt nach den tatsächlichen entstandenen Aufwendungen.

 

  1. Die Verkehrsführung (Umleitung) wird auf der Grundlage der in der Erläuterung mit Variante 1 bezeichneten Form vorgenommen.

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:

 

Lageplan und die Schnitte A-A und B-B

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Lageplan und Schnitte (171 KB)