Bürgerinfo - Gemeinde Wandlitz

Vorlage - MV-GV/2019-0068  

 
 
Betreff: Gefahrenabwehrbedarfsplan der Gemeinde Wandlitz
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Verfasser:Frau Müller
Die Bürgermeisterin
Federführend:OA Beteiligt:HA
    Bgm
Beratungsfolge:
A4 Ausschuss für Wirtschaft, Ordnung und Sicherheit zur Kenntnis
29.04.2019 
Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Sicherheit und Umwelt zur Kenntnis genommen   
A1 Hauptausschuss zur Kenntnis
06.05.2019 
Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zur Kenntnis genommen   
Gemeindevertretung Wandlitz zur Kenntnis
16.05.2019 
Sitzung der Gemeindevertretung Wandlitz zur Kenntnis genommen   

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Begründung / Erläuterung

Der Gefahrenabwehrbedarfsplan der Gemeinde Wandlitz wurde am 03.05.2007 erstmals durch die Gemeindevertretung beschlossen. Die erste Fortschreibung dieses Plans lag den Gemeindevertretern am 03.12.2015 vor. Darin enthalten sind neben der Ist-Struktur der Feuerwehr die Analyse des Einsatzgeschehens sowie ein daraus abgeleitetes Soll-Konzept hinsichtlich der Standorte, des Personals sowie der Fahrzeuge.

 

Klar definiert wurde, dass alle neun Standorte erhalten werden sollten, um die Einhaltung der Schutzzielkriterien zu ermöglichen. Demzufolge wurde die Ist-Struktur der Feuerwehr im Hinblick auf die Feuerwehrhäuser, das Personal, die Fahrzeuge und die Gebietsabdeckung untersucht.

 

Die Anforderungen an Feuerwehrhäuser richten sich nach den Unfallverhütungsvorschriften, den GUV-Informationen 8651 und 8554 (Sicherheit im Feuerwehrdienst und Sicherheit im Feuerwehrhaus) sowie den Planungsgrundlagen nach DIN 14 092 Feuerwehrhäuser. Zur Bewertung der Feuerwehrhäuser hinsichtlich der baulichen Funktionalität wurden insbesondere die zuvor genannten Gesetze herangezogen sowie die Größe der Stellplätze, Abstände, Heizung und Abgasabsauganlage betrachtet.

 

Die bauliche Funktion des Feuerwehrgerätehauses Basdorf wurde mit ausreichend bewertet. Als Mangel wurden die teilweise sehr geringen Seitenabstände zum Tor und zur Abgasabsauganlage auf dem Stellplatz der Drehleiter festgestellt. Die Drehleiter wurde zwischenzeitlich nach Wandlitz umgesetzt, so dass dieser Mangel hier nicht mehr besteht. Der GW-T wurde auf den Stellplatz der Drehleiter gestellt. Auch entfiel die Nutzung dieses Hauses durch den Rettungsdienst, so dass sämtliche Flächen der Feuerwehr zur Verfügung stehen.

 

Das Feuerwehrgerätehaus Klosterfelde erhielt die Note „befriedigend“. Als Mangel wurden fehlende Alarmparkplätze herausgestellt. Diese konnten mit der Anlegung des angrenzenden Parks geschaffen werden.

 

Das Feuerwehrgerätehaus Lanke wurde im letzten Jahr neu errichtet und in Betrieb genommen. Es entspricht den gesetzlich erforderlichen Vorgaben.

 

In Prenden sind kaum Veränderungen möglich und nötig. Das Gebäude ist relativ neu, dennoch ist kein Aufenthalts- oder Schulungsraum vorhanden. Es besteht jedoch die Möglichkeit für die Kameraden, das Ortsteilzentrum zu nutzen. Derzeit üben sechs aktive Kameraden dort ihren Dienst aus. Bisherige Aktionen zur Mitgliederwerbung waren nicht von Erfolg gekrönt. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl in diesem Ortsteil ist mit einem Mitgliederzulauf in der dortigen Ortswehr nicht zu rechnen. Teilweise fahren die Kameraden nach Klosterfelde, um dort gemeinsam die erforderliche Ausbildung zu absolvieren.

 

Am Feuerwehrgerätehaus Schönerlinde sind bauliche Veränderungen / Vergrößerungen kaum möglich. Die geringen Seitenabstände auf den Stellplätzen der beiden Fahrzeuge bestehen nach wie vor. Die notwendigen Fahrzeugneubeschaffungen wurden den Stellplatzgrößen angepasst. Die derzeit noch fehlende Abgasabsauganlage wurde beauftragt und wird in Kürze durch die Firma Herberg Lufttechnische Anlagen aus Wandlitz installiert. Zudem wird im Schulungsraum der Küchenbereich saniert und eine neue Küche eingebaut. Ferner wird geprüft, inwiefern Räume des Nebengebäudes für weitere Feuerwehrzwecke ertüchtigt werden können.

 

Das Feuerwehrgerätehaus Schönwalde wurde als unbefriedigend eingestuft. Als Grund wurden die teilweise sehr geringen Abstände bei den Stellflächen sowie die fehlende Abgasabsauganlage und zu wenige Alarmparkplätze herangezogen. Die fehlende Abgasabsauganlage wird, wie in Schönerlinde, zeitnah montiert. Ein neubeschafftes MTF wurde entsprechend der Stellplatzgröße ausgeschrieben. Zudem wird geprüft, wie mittels einfacher Maßnahmen, beispielsweise durch Rasengittersteine, um das Gerätehaus weitere Parkplätze errichtet werden können. Eine Fahrzeugbeschaffung ist für das Jahr 2020 geplant. Hier muss die zur Verfügung stehende Fläche berücksichtigt werden, da weitere bauliche Veränderungen an diesem Standort kaum möglich sein werden.

 

Auch das Feuerwehrgerätehaus Stolzenhagen erhielt nur die Note „unbefriedigend“. Ausschlaggebend sind auch hier die fehlenden Seitenabstände am Fahrzeugstellplatz sowie die fehlende Abgasabsauganlage. Größere Um- und Anbauten sind an diesem Standort nicht möglich bzw. unverhältnismäßig. Daher wurden bereits weitere Alternativen untersucht. Das ehemalige Gebäude des Bauhofs in der Dorfstraße, welches derzeit als Lager für das Barnim Panorama genutzt wird, könnte für die Feuerwehr geeignet sein. Es ist zudem genügend Umfeldfläche vorhanden, um noch nicht vorhandene Komponenten für Sanitär und Umkleide anzubauen sowie Außenanlagen mit Parkplätzen zu gestalten. Die zentrale Lage spricht zudem für eine derartige Nutzung. Das ehemalige Gerätehaus könnte dann als Museumsfläche dienen.

 

Das Feuerwehrgerätehaus Wandlitz befindet sich derzeit aufgrund der vorliegenden Machbarkeitsstudie im Umbau innerhalb der vorhandenen Außenmauern. Es werden neben neuen sanitären Anlagen auch separate Umkleidemöglichkeiten für die Kameradinnen geschaffen. Die Sachen der Jugendfeuerwehr ziehen nach oben vor dem Schulungsraum, eine derzeit als Kammer genutzte Fläche wird mit Kleiderhaken für die Jugendfeuerwehr umgebaut. Gleichzeitig wird geprüft, wie die Fläche über der Herrenumkleide als evtl. Jugendraum ertüchtigt werden kann. Ende letzten Jahres wurde eine neue Küche eingebaut. Im Übrigen entspricht dieses Gerätehaus gemessen an den Anforderungen der Stellplatzgrößen mit Abgasabsauganlagen und genügend Alarmparkplätzen den gesetzlichen Erfordernissen.

 

Am Standort in Zerpenschleuse ist die bauliche Situation befriedigend. Allein fehlende Alarmparkplätze sollten nachgerüstet werden. Hier bestehen zurzeit Verhandlungen mit einer angrenzenden Grundstückseigentümerin, die weitere Flächen zur Errichtung von Parkplätzen zur Verfügung stellen könnte.

 

Über die Weiterentwicklung im Brandschutz in der Gemeinde Wandlitz hat sich die Gemeindewehrführung unter der Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen und der bisherigen Entwicklungen Gedanken gemacht. Grundsätzlich sind alle neun Feuerwehrstandorte zu erhalten. Bei einer vorhandenen Nord–Süd-Ausdehnung von 26 km sind die Schwerpunkte verstärkt auf zwei Standorte entlang der L 100 zu sehen. 

 

Für den nördlichen Bereich soll Klosterfelde verstärkt werden. An diesem Standort wird bereits regelmäßig die Grundausbildung in der Feuerwehr durchgeführt, nunmehr wird die Einführung eines Konzeptes zur Brandschutzerziehung gemeinsam mit der Oberschule geprüft. Im Gerätehaus Klosterfelde könnte zukünftig Feuerwehrunterricht für die 9. und 10. Klasse angeboten werden. Als Hauptziel steht dadurch die Gewinnung weiterer ehrenamtlicher Kameraden/innen für die Freiwillige Feuerwehr, die bereits mit dieser Schulausbildung die Grundlage für die Truppmannausbildung Teil I erhalten.

 

Bei der Auswertung des Einsatzgeschehens wurde festgestellt, dass von dem Standort Klosterfelde eine hohe Tageseinsatzbereitschaft ausgeht. Grundlage hierfür bilden zwei beschäftigte Kameraden der Gemeinde als Hausmeister in der Schule und Kita, ein Kamerad im Bauhof Nord und drei Kameraden/in im EGN-Baumarkt. Hinzu kommen weitere Einsatzkräfte im Schicht- und Wechseldienst. Die Mindestausrückestärke einer Staffel ist dort somit gegeben. Im nördlichen Bereich sollen die Ortswehren Klosterfelde, Lanke, Prenden, Stolzenhagen und Zerpenschleuse kooperieren. Entsprechende Alarmierungen / Strukturen wurden in der Alarm- und Ausrückeordnung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wandlitz bereits hinterlegt.

 

Etwa ähnliche Strukturen entwickeln sich im südlichen Bereich. Durch den Rettungsdienst des Landkreises Barnim wurde eine Untersuchung angestellt, um den richtigen Standort für eine Rettungswache in der Gemeinde Wandlitz zu ermitteln. Im Ergebnis wurde unter der Berücksichtigung der Einhaltung der Hilfsfristen auch hier die Gemeinde geteilt, im nördlichen Bereich wurde eine Wache in Zerpenschleuse errichtet, für den südlichen Bereich gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus Basdorf. Demzufolge sollte im Bereich des Brandschutzes der Standort Basdorf verstärkt entwickelt werden. Dies ist ohnehin erforderlich, da aufgrund der personellen Situation weiterhin keine eigenständige Ortswehr existiert. Sämtliche Einsätze werden derzeit aus Schönwalde unterstützt. Zudem haben die Kameraden der Ortswehrführung Schönwalde die Aufgabe der Basdorfer Ortswehrführung übernommen.

 

Im Hinblick auf die baulichen Entwicklungen im südlichen Bereich, insbesondere der Zuwachs der Bevölkerung, die höheren Bauten und das Seniorenwohnen, muss sich der Brandschutz in diesem Bereich adäquat entwickeln. Mit dem großen Grundstück am Feuerwehrgerätehaus Basdorf bestehen zunächst optimale Standortbedingungen. Durch die ständige Besetzung des Gerätehauses mit drei Mitarbeitern des Ordnungsamtes sowie den beschäftigten Kameraden der Gemeinde als Hausmeister und Hallenwart sowie einer Kameradin des Bauhofes Süd ist auch hier die Tageseinsatzbereitschaft mit der Mindestbesatzung gesichert.

 

Zwischenzeitlich ist das Zentrallager der Feuerwehr im Schulungsraum des Gerätehauses sowie in zwei Containern hinter dem Gerätehaus eingerichtet worden. Um dieses Konzept zukunftsfähig zu gestalten, muss geprüft werden, inwiefern fehlende Komponenten integriert bzw. angebaut werden können. Dazu zählen ein Lagerraum, so dass der Schulungsraum dem eigentlichen Zweck wieder zugeführt werden kann, weitere Büroräume, eine Werkstatt mit Waschmöglichkeit, eine Raum für Kleiderwäsche und –Trocknung, ein Stabs-/Versammlungsraum und eine weitere Stellfläche für ein Fahrzeug. Letztendlich soll die Drehleiter an diesen Standort zurückgesetzt werden. Zudem soll auch dieses Gebäude mit einer externen Stromversorgungsmöglichkeit versehen werden, so dass im Großschadensfall eine autarke Einsatzzentrale zur Verfügung steht.

 

Durch die in den letzten Jahren erfolgten Veränderungen innerhalb der Gerätehäuser wurde die Firma LUELF & Rinke Sicherheitsberatung GmbH gebeten, eine aktuelle Einschätzung der Gerätehäuser vorzunehmen.

Folgende Einschätzung wurde übermittelt:

 

Feuerwehrgeräthaus Basdorf

Bauliche Funktion: gut

Handlungsbedarf: gegeben auf Grund des Ausbaus mit weiteren Funktionsräumen

 

Feuerwehrgerätehaus Klosterfelde

Bauliche Funktion: gut

Handlungsbedarf: derzeit kein Handlungsbedarf

 

Feuerwehrgerätehaus Lanke

Bauliche Funktion: sehr gut

Handlungsbedarf: derzeit kein Handlungsbedarf

 

Feuerwehrgerätehaus Prenden

Bauliche Funktion: unbefriedigend/nicht ausreichend

Handlungsbedarf: derzeit kein Handlungsbedarf (insbesondere auf Grund der personellen Situation)

 

Feuerwehrgerätehaus Schönerlinde

Bauliche Funktion: ausreichend

Handlungsbedarf: derzeit kein Handlungsbedarf

 

Feuerwehrgerätehaus Schönwalde

Bauliche Funktion: unbefriedigend/nicht ausreichend

Handlungsbedarf: Handlungsbedarf gegeben

 

Feuerwehrgerätehaus Stolzenhagen

Bauliche Funktion: unbefriedigend/nicht ausreichend

Handlungsbedarf: dringender Handlungsbedarf

 

Feuerwehrgerätehaus Wandlitz

Bauliche Funktion: derzeit im Umbau

Vorschau nach Umbau - Handlungsbedarf: derzeit kein Handlungsbedarf

 

Feuerwehrgerätehaus Zerpenschleuse

Bauliche Funktion: befriedigend

Handlungsbedarf: Handlungsbedarf gegeben (im Bereich Alarmparkplätze)

 

 

Gesetzliche Grundlagen

Kommunalverfassung des Landes Brandenburg

 

 

 

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Finanzielle Auswirkungen:  Nein

 

 

 

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Beschluss:

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Wandlitz nimmt die Mitteilungsvorlage zur Kenntnis.

 

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Anlagen: