Bürgerinfo - Gemeinde Wandlitz

Vorlage - BV-GV/2016-0278  

 
 
Betreff: Kostenfortschreibung für das Bauvorhaben Neubau einer Kindertagestätte, eines Feuerwehrgerätehauses und eines Gemeindezentrums im OT Lanke
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage GV
Verfasser:BA 12
Federführend:BA   
Beratungsfolge:
Ortsbeirat Lanke Vorberatung
06.09.2016 
Sitzung des Ortsbeirates Lanke ungeändert beschlossen   
A2 Ausschuss für Bauen und Gemeindeentwicklung Vorberatung
20.09.2016 
Sitzung des Ausschusses Bauen und Gemeindeentwicklung ungeändert beschlossen   
A1 Hauptausschuss Vorberatung
26.09.2016 
Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ungeändert beschlossen   
Gemeindevertretung Wandlitz Entscheidung
06.10.2016 
Sitzung der Gemeindevertretung Wandlitz ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Kosten_Einsparungen Bauamt -controlling 1

 

 

 

 

Beschluss:

 

Die Gemeindevertretung beschließt, den Haushaltsansatz für das Bauvorhaben zum Neubau einer Kindertagesstätte, eines Feuerwehrgerätehauses und eines Gemeindezentrums im OT Lanke um 477.000,-€  zu erhöhen.

 

 


Mit dem Umsetzungsbeschluss BV-GV/2015-0153 wurde der „Startschuss“ zur Umsetzung der „großen Variante“ im o.g. Bauvorhaben gegeben.

Veranschlagt im Haushalt wurden nach einer der vorgelegten Kostenschätzung dafür 2,085 Mill. €.

 

Im Rahmen der Genehmigungsplanung ist auch die Kostenberechnung erstellt worden. Sie wurde im April 2016 vorgelegt.

Danach ergibt sich ein Gesamtkostenumfang von 2.561.199,47 €; mithin Mehrkosten gegenüber der Kostenschätzung in Höhe von 476.714,45€.

 

Das Architekturbüro wurde aufgefordert, Stellung zu beziehen, woraus die Kostenerhöhungen resultieren und Vorschläge zu möglichen Einsparungen zu unterbreiten.

 

Parallel wurde überprüft, ob sich aktuell Fördermöglichkeiten ergeben, da nach dem neuen LEADER-Programm (April 2016) auch der Neubau von Dorfgemeinschaftshäusern gefördert werden kann.

 

Darüber hinaus war zu untersuchen, in wieweit die Kostenerhöhung auf konjunkturbedingte Preissteigerungen zurück zu führen ist.

Mit den Ergebnissen aus den vorgenannten Untersuchungen ist in zwei AG-sitzungen der Arbeitsgruppe Baucontrolling zum Sachstand, zu den Ursachen der Kostensteigerung und zur weiteren Verfahrensweise beraten worden.

 

 

 

Hieraus lässt sich folgendes Resümee ziehen:

 

  1. Seitens des Architekturbüros Brüch-Kunath wurde dargelegt, dass die Kostenschätzung aus 2015 auf der Grundlage der statistischen Kostenkennwerte (BKI) 2014 erstellt wurde. Gegenüber den konstruktiven Ansätzen repräsentativer Gebäude die diesen Kostenkennwerten zugrunde liegen, sind Änderungen vorgenommen worden.

Dies betrifft insbesondere:

 

-          den Einsatz höherwertiger Materialien für die Außenwandgestaltung

-          ein vergrößerter Umfang an Erdarbeiten für die höhengleiche Anordnung aller Nutzungseinheiten zur barrierefreien Gestaltung

-          größere Außenflächen mit Festplatz

 

Auf diese kostenintensiveren Ansätze ist zu einem gewissen Teil die Kostensteigerung zurück zu führen.

Der höhere Anteil der Kostensteigerung ergab sich aus der bereits Los -weise vorgenommener Kostenberechnung auf der Grundlage aktueller Ausschreibungsergebnisse. Es wurde mitgeteilt, dass hier teilweise jährliche Preissteigerungen von bis zu 10% festzustellen waren.

 

  1. Als mögliche Förderungsquellen wurden die aktuelle Richtlinie nach dem LEADER-Programm (Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung der ländlichen Entwicklung) und das Kommunale Infrastrukturprogramm-Feuerwehrinfrastruktur (Richtlinie zur Förderung des Aufbaus und des Erhalts der Feuerwehrinfrastruktur sowie der Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Feuerwehren)

der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) in Betracht gezogen.

Während auf Nachfrage bei der ILB uns mitgeteilt wurde, die verfügbaren Mittel seien ausgeschöpft, wurde zur LEADER-Förderung die prinzipielle Möglichkeit des Erhalts von Zuwendungen herausgefunden. Nach konkreter Beratung mit der LAG war festzustellen, dass bereits aus dem einzuhaltenden Procedere eine Förderung vor Jahresmitte 2017 nicht möglich ist. Darüber hinaus ist der Förderzeitpunkt unsicher, weil dieses Vorhaben dann mit bereits beantragten Projekten konkurriert (z.B. auch PSV-Trainingsstätte). Aus einer späteren Förderung ergeben sich wiederum die Preissteigerungen auf Grund der jährlichen Preissteigerungsrate.

 

  1. Zur Überprüfung, inwieweit die konjunkturbedingten Preissteigerungen ursächlich für die Kostenerhöhungen sind, ist anhand der statistischen Kostenkennwerte (BKI) der maßgeblichen Jahre eine Vergleichsrechnung vorgenommen worden.

Der Vergleich der BKI-Kostenkennwerte des Jahres 2014 mit den Kennwerten und der Kostenschätzung 2015 und der analoge Vergleich der BKI-Werte 2016 mit den Kennwerten der Kostenberechnung 2016 ergab, dass die allgemeinen Preissteigerungen der letzten 2 Jahre wesentlich sind für die Kostenerhöhung. Dabei war festzustellen, dass alle für die einzelnen Kostengruppen ermittelten Vergleichswerte unter den Erwartungswerten liegen, außer für die Kostengruppe 500 (Außenanlagen).

 

 

  1. Im Vorfeld der Beratungen mit dem Baucontrollingausschuss wurde der Architekt im Rahmen seiner Leistung aufgefordert, Einsparpotentiale der Gemeinde aufzuzeigen.

Die Bewertung seitens der AG Baucontrolling zielte sowohl auf konstruktive Alternativen (z.B. veränderter Außenwandaufbau möglichst einschaliges Mauerwerk ohne den Einsatz teurer Dämmstoffe und Fassadentafelverkleidungen, Änderungen in der  Materialauswahl wie Einsatz von Kunststofffenstern statt Alu-Fenster, Ziegeldach statt Aluminiumdacheindeckung) Mengenreduzierungen (z.B. in den Außenanlagen), als auch auf  begrenzte Projektänderungen.

Dabei wurde darauf Wert gelegt, das Projekt nicht „kaputt“ zu sparen.

Im Ergebnis sind Einsparungen im Umfang von ca. 150.000,00€ herausgearbeitet worden.

 

  1. Im Hinblick auf die weitere Verfahrensweise wurde im Rahmen der AG-Sitzung zunächst in Betracht gezogen den Mehrkostenbetrag um den Einsparungsbetrag zu kürzen.

Jedoch wird angesichts der fortschreitenden Preissteigerungen die Minderung des Gesamtkostenansatzes um die festgestellten Einsparungen nicht für sachgerecht und zielführend gehalten.

Es wird empfohlen, den Haushaltsansatz um die Mehrkosten in Höhe von 477.000,-€ zu erhöhen und aus dem Einsparpotential einen Reservebetrag zu bilden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesetzliche Grundlagen

 

Zuständigkeitsordnung der Gemeinde Wandlitz

Kommunalverfassung des Landes Brandenburg

 

 


 

 

 

 

Beschluss:

 

Die Gemeindevertretung beschließt, den Haushaltsansatz für das Bauvorhaben zum Neubau einer Kindertagesstätte, eines Feuerwehrgerätehauses und eines Gemeindezentrums im OT Lanke um 477.000,-€  zu erhöhen.

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:   Ja  

 

 

oInvestitionen, Erwerb von Sachanlagevermögen u. Grundstücken, Investitionszuschüsse

 

Betrag in EURO

Gesamtkosten der Maßnahme (Auszahlung: Beschaffungs-/Herstellungskosten; Einmalkosten)

 

2.561.199,47

 

Maßnahmebezogene Einzahlungen (Zuschüsse/ Beiträge)

 

 

Abschätzung der Auswirkungen im Ergebnishaushalt:

 

Dauer in Jahren

Betrag in EURO

jährl. laufende Haushaltsbelastung aus Abschreibungen o. Aufl. ARAP

 

 

jährl. laufende Erträge aus Auflösung SoPo

 

 

übrige jährliche Belastung (Folgekosten)

 

 

 

 

 

 

Veranschlagung im Haushalt

Nein

Jahr

Produktkonto

ggf. Investitionsnr.

Betrag in EURO

 

2014

36540.785100

3654003001

   480.000,00

 

2015

36540.785100

3654003001

1.000.000,00

 

2016

36540.785100

3654003001

   604.485,00

 

2017

36540.785100

3654003001

   477.000,00

 

 


 

 

Anlagen:

 

Übersicht Einsparvorschläge

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Kosten_Einsparungen Bauamt -controlling 1 (217 KB)